Digitalisierung ist der Treiber – Corona der Turbo

BlogCast – Digitalisierung ist der Treiber – Corona der Turbo

Das haben wir immer schon so gemacht…

Den Blogbeitrag beginne ich mit einem Zitat von Kurt Marti. Dieses Zitat ist eines meiner Lieblingszitate, wenn es um Veränderung(-sprozesse) geht.

„Wo kämen wir hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin, und niemand ginge, um einmal zu schauen, wohin man käme, wenn man ginge.“

Kurt Marti

Aus meiner Sicht trifft dieser – zugegebenermaßen äußerst verschachtelte Satz – den Kern der Diskussion um Veränderung und das Verlassen der eigenen Komfortzone. Wenn wir nicht einfach einmal die Komfortzone verlassen, um zu schauen, was neues und vielleicht großartiges auf uns wartet, halten wir am Status Quo fest. Bestenfalls optimieren wir den Status Quo. Aber etwas ganz Neues, werden wir nicht schaffen.

Wer hat nicht im Laufe seines Lebens die Sätze „Das haben wir schon immer so gemacht“ oder „Das haben wir bereits ausprobiert. Es funktioniert nicht.“ gehört…?

„Alle sagten immer das geht nicht. Dann kam jemand, der das nicht wusste und hat es einfach gemacht!“

Unbekannt

Die Digitalisierung ist der Treiber der Veränderung, der Treiber für die Transformation. Allerdings „treibt“ uns diese Erkenntnis bereits seit – mittlerweile – Jahren. Es ist auch bereits einiges passiert. Apps sind nicht einfach nur schick, sondern erfüllen einen bestimmten Zweck und haben einen konkreten Nutzen für die User; zumindest einige.

Mit Blick auf die prozessuale Weiterentwicklung von Geschäftsprozessen nimmt die Anzahl an sogenannter „Dunkelverarbeitung“-prozesse weiter zu sowie die Anzahl der damit zu verarbeitenden Menge.

Das Spannende ist hier der Grund, der Reason-Why, der Treiber dieser Entwicklung. Handelt es sich um den eigenen Wunsch nach Optimierung aus der Innenperspektive oder ist der Treiber die Erkenntnis aus den Kundenbedürfnissen und somit vom Markt?

„Wenn Sie einen scheiß Prozess digitalisieren, haben Sie einen scheiß digitalen Prozess.“

Thorsten Dirks

Mit der Beantwortung dieser Frage steht oder fällt die Akzeptanz der User und daraus folgend die Nutzung der digitalen Produkte und Services.

Prozessmanagerinnen und Prozessmanager landauf und landab designen ganze Geschäftsprozesse ohne sich in die Rolle der Nutzer und Nutzerinnen zu versetzen? Gain oder Pain? Egal – Schulter klopfen und nächster Prozess.

Mit der Digitalisierung funktioniert diese Vorgehensweise nur noch bedingt beziehungsweise bald nicht mehr. Mehr Transparanz der Informationen und mehr Kommunikation der Konsumenten in den Sozialen Medien lassen „die Unternehmen“ umdenken. Die einen schneller, die anderen weniger schnell.

Und schon sind wir bei der konkreten Veränderung in den Unternehmen. Veränderung im Denken, Veränderung im Handeln.

Während der letzten Jahre war dieser Veränderungsprozess oder auch der Change bei der Mehrzahl der Unternehmen eher „ein Thema“ beziehungsweise eher latent vorhanden.

Dazu gibt es einen – aus meiner Sicht – sehr schönen Cartoon, der den Willen zur Veränderung und die Bereitschaft sich zu verändern äußerst treffend darstellt.

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Und nun: Corona

Ob nun SARS-CoV-2, COVID-19 oder Corona Virus. Eines hat das Virus in der doch recht kurzen Zeit in der Arbeitswelt bewirkt. Die Veränderung turboartig beschleunigt. Ein drittel der sogenannten Wissensarbeitenden ins Homeoffice geschickt und damit die in der Vergangenheit viel diskutierten Möglichkeiten oder auch Nicht-Möglichkeiten der Formen des Miteinanders und der Zusammenarbeit von heute auf morgen realisiert.- und es ist mögich.

Der Siegeszug des Homeoffice

„Der Siegeszug des Homeoffice“ titelte die Frankfurter Allgemein Zeitung am 14. Juli 2020 und vermeldete, dass „mehr als jedes zweite Unternehmen verstärkt von zu Hause aus arbeiten lassen (will)“. Potential ist durchaus vorhanden. Laut Ifo Institut wird der Anteil der Beschäftigten, die prinzipiell und zumindest zeitweise von zu Hause aus arbeiten könnten auf 56 Prozent beziffert. Neue Umfragedaten des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) sowie die Deutsche Gesellschaft für Personalführung (DGFP) zeigen, das 70 Prozent der befragten Unternehmen angaben, dass ihre Büromitarbeitenden in der Corona-Haupt-Phase komplett oder größtenteils von zu Hause gearbeitet hätten; 21 Prozent mit einem 50:50 Modell. Spannend bleibt, ob die Corona-Krise dauerhaft einen Schub für das Homeoffice bedeutet, wie Oliver Falck, Leiter des Ifo-Zentrums für Industrieökonomik und neue Technologien erklärt oder ob die Rückkehr in die gewohnten Wege und Vorgehensweisen diesen Schub ausbremsen und Einhalt gebieten?!

Siemens hat derweil Fakten geschaffen. Mitte Juli gab das Unternehmen bekannt, dass mehr als die Hälfte der Siemens-Mitarbeitenden (auch weiterhin) ins Homeoffice dürfen – zumindest ein paar Tage die Woche. Vorurteile, die es gab, haben sich „in Luft aufgelöst“.

…und die Veränderung, der Change…?

Ich bin sehr gespannt, wie sich der eingeschlagene Weg weiter entwickelt und ob und wann wir möglicherweise an eine Gabelung oder Kreuzung kommen. Der Weg zu

  • den einen Unternehmen und deren verantworliche Führung und Gremien (Betriebsrat, Gleichstellung) die Veränderung weiter vorantreiben und die Chancen nutzen wollen
  • Jene, die es nicht tun jedoch zumindest den neuen Status Quo bewahren (wollen)
  • Jene, die in Ante-Corona-Zeit zurückkehren (wollen)

Wer den „richtigen“ Weg beschreitet, wird die Zukunft zeigen. In den Torten der Wahrheit der ZEIT war eine sehr schöne Grafik mit der Überschrift: Festhalten an Traditionen in Deutschland. Bei Feierlichkeiten, an Feiertagen, bei Arbeitsprozessen. Welcher Balken bei weitem der größte war, überlasse ich Eurer Phantasie (oder Ihr schaut weiter unten, wenn Ihr neugierig seid ;))

Quellen:

Fotos/cartoons: Torben Rick, http://www.torbenrick.eu

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.07.2020, Nr. 161, Seite 15, Wirtschaft

Franfurter Allgemeine Zeitung, 10.07.2020, Nr. 158, Seite 17, Wirtschaft

Handelsblatt, 16.07.2020, Update 16.07.2020 – 13:14 Uhr, https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/industrie-siemens-macht-homeoffice-fuer-140-000-mitarbeiter-moeglich/26009230.html

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